KGV Theklaer Höhe e.V.
Verfasst am 06.11.2026 um 15:00 Uhr

Unser Kleingarten – viele Länder, eine Gemeinschaft - eine Geschichte von David aus Georgien

Bild: privat

„Ein Kleingarten ist nicht nur ein Gemüsegarten, sondern ein richtiger Lebensstil.“


David kommt aus Georgien und bringt eine große Liebe zur Natur und zur Gartenarbeit mit. Schon seit seiner Kindheit fühlt er sich mit der Erde verbunden. Als er mit seiner Familie nach Deutschland kam, stand für ihn deshalb schnell fest, dass er auch hier einen eigenen Garten haben möchte. Einen Ort, an dem die Familie Zeit im Freien verbringen, die Natur genießen und eigenes Gemüse anbauen kann.


Als sich schließlich die Möglichkeit ergab, einen Garten in unserer Anlage zu übernehmen, wusste David sofort: Das ist der richtige Ort für seine Familie.


Ein zweites Zuhause für die ganze Familie


Heute ist der Kleingarten für David und seine Familie weit mehr als ein Stück Land. Er beschreibt ihn als zweites Zuhause und als kleine Oase der Ruhe.


Besonders für die Kinder ist der Garten ein wertvoller Ort. Hier können sie draußen spielen, die Natur entdecken und erleben, wie Pflanzen wachsen und Gemüse entsteht. Während sie ihre Umgebung erkunden, genießen die Erwachsenen die Möglichkeit, nach einer arbeitsreichen Woche abzuschalten und neue Kraft zu tanken.


Der Garten verbindet damit gleich mehrere Dinge: Bewegung an der frischen Luft, gemeinsame Familienzeit und die Freude daran, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen.


Regeln für ein gutes Miteinander


Das deutsche Kleingartenwesen mit seinen zahlreichen Regeln war für David anfangs durchaus gewöhnungsbedürftig. Mit der Zeit hat er jedoch verstanden, welchen Zweck die Vorgaben erfüllen. Sie sorgen für Ordnung, schaffen gemeinsame Grundlagen und helfen dabei, dass viele Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen friedlich zusammenleben können. Besonders wichtig ist ihm dabei die gegenseitige Rücksichtnahme. Wenn jeder auf seine Nachbarn achtet, entsteht eine Gemeinschaft, in der sich alle wohlfühlen können.


Und genau dieses Miteinander schätzt David an seinem Kleingartenverein.


Georgische Vielfalt zwischen Gemüsebeeten und Kräutern


Wer Davids Garten besucht, entdeckt auch ein Stück seiner Heimat. Aus Georgien hat er besondere Samen für georgische Gurken, Tomaten und traditionelle Kräuter mitgebracht. Eine weitere Besonderheit ist der georgische schwarze Kohl, der unter dem Namen Schawi Pkhali bekannt ist. Es ist für David etwas ganz Besonderes, diese Pflanzen auch in Deutschland wachsen zu sehen. Sie erinnern ihn an seine Heimat und ermöglichen es ihm, vertraute Zutaten selbst anzubauen.


Doch nicht nur die Pflanzen verbinden David mit Georgien. Auch eine wichtige Tradition seiner Heimat hat er in den Kleingarten mitgebracht: die georgische Gastfreundschaft.


Bei David und seiner Familie ist immer Platz für Nachbarn und Freunde. Gemeinsam sitzen, miteinander reden, Essen teilen und Zeit verbringen – das gehört für sie einfach dazu. Der Garten wird so zu einem Ort der Begegnung, an dem Menschen zusammenkommen und neue Freundschaften entstehen.


Gute Nachbarschaft gehört dazu


Das Zusammenleben mit den Gartennachbarn beschreibt David als herzlich und freundschaftlich. Man hilft sich gegenseitig, gibt Tipps zur Gartenarbeit oder kommt einfach auf einen kurzen Plausch vorbei.


Durch den Kleingarten hat die Familie viele neue Menschen kennengelernt und Bekanntschaften geschlossen. Für David zeigt sich darin eine besondere Stärke des Vereinslebens: Man teilt nicht nur Wege, Zäune und Grünflächen, sondern auch Erfahrungen, Wissen und schöne Momente.

Gerade diese kleinen Begegnungen machen den Gartenalltag für ihn besonders wertvoll.


Ein Lieblingsplatz mit Aussicht auf die nächste Ernte


Einen einzigen Lieblingsplatz im Garten zu bestimmen, fällt David nicht ganz leicht. Besonders gerne hält er sich an der gemütlichen Sitzecke auf. Dort genießt er morgens in aller Ruhe seinen ersten Kaffee, bevor die Gartenarbeit beginnt.


Aber auch das Gemüsebeet gehört zu seinen Lieblingsorten. Hier kann er beobachten, wie aus kleinen Pflanzen nach und nach Gurken, Tomaten und andere Gemüsesorten entstehen. Es ist die Verbindung aus Ruhe und Aktivität, die den Garten für ihn so besonders macht. Denn im Kleingarten kann man sich zurücklehnen und die Natur genießen – oder selbst aktiv werden, säen, pflanzen und ernten. Beides gehört für David zusammen.


Ein Lebensstil, der Menschen verbindet


Wenn David jemandem aus seiner Heimat Georgien erklären würde, was einen Kleingarten in Deutschland ausmacht, würde er vor allem eines betonen: Ein Kleingarten ist viel mehr als ein Ort, an dem Gemüse angebaut wird.


Er ist eine Möglichkeit, dem Lärm der Stadt zu entkommen, eigene Lebensmittel zu erzeugen und einen bewussteren Umgang mit der Natur zu entwickeln. Gleichzeitig wird man Teil einer Gemeinschaft, in der gegenseitige Hilfe und ein freundliches Miteinander einen hohen Stellenwert haben.


Davids Geschichte zeigt, wie Menschen ihre persönlichen Erfahrungen und Traditionen in das deutsche Kleingartenwesen einbringen. Die georgischen Gemüsesorten, die Freude am gemeinsamen Essen und die offene Gastfreundschaft bereichern das Vereinsleben auf ihre ganz eigene Weise.


So wächst auf der Parzelle nicht nur Gemüse. Es wachsen auch Freundschaften, Vertrauen und das Gefühl, gemeinsam etwas zu schaffen.


Ein Garten, viele Geschichten und eine Gemeinschaft, die verbindet – genau das macht unser Kleingartenleben aus.


Wir freuen uns, dass David und seine Familie Teil unserer Gartengemeinschaft sind und mit ihren Ideen, Traditionen und ihrer Herzlichkeit unser Vereinsleben bereichern.