KGV Theklaer Höhe e.V.
Verfasst am 05.11.2026 um 19:21 Uhr

Wasser ist keine Selbstverständlichkeit – unser Wasserverbrauch muss sich verändern!


Liebe Gartenfreunde,


Wasser ist eine unserer wertvollsten natürlichen Ressourcen. Gerade im Kleingarten ist es unverzichtbar – für unsere Pflanzen, unser Gemüse und den Erhalt unserer grünen Oasen. Doch Wasser ist keine unbegrenzte Ressource. Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang damit sollte deshalb für uns alle selbstverständlich sein.


Wir möchten heute ein Thema ansprechen, das uns als Verein zunehmend beschäftigt: unseren Wasserverbrauch.


Ein Verbrauch, der Fragen aufwirft


Wir haben uns die Mühe gemacht, die Wasserverbrauchszahlen verschiedener Kleingartenvereine miteinander zu vergleichen. Das Ergebnis ist durchaus ernüchternd und sollte uns alle zum Nachdenken bringen.


Während andere Vereine teilweise mit sehr geringen Wassermengen auskommen, liegt unser Verbrauch erheblich darüber. Besonders auffällig ist dabei, dass nicht nur Vereine mit installierten Wasseruhren, sondern auch Vereine ohne individuelle Wasseruhren teilweise deutlich niedrigere Verbrauchswerte aufweisen.


Wasserverbrauch im Vergleich


VereinJahrParzellenGesamtverbrauchØ je ParzelleWasseruhren
Mockau202565640 m³9,8 m³Ja
Lindenau20253974.536 m³11,4 m³Nein
Frankenberg202559144 m³2,4 m³Ja
Gohlis2025154387 m³2,5 m³Ja
Grünau20251651.057 m³6,4 m³Ja
Wahren2025400407 m³1,01 m³Ja
Rückmarsdorf20252245.310 m³23,7 m³Nein
Mitte20251451.371 m³9,4 m³Ja
Theklaer Höhe20261948.082 m³41,7 m³–
Theklaer Höhe20251948.333 m³42,9 m³–
Theklaer Höhe20241948.189 m³42,2 m³–
Theklaer Höhe20231949.658 m³49,8 m³–


Hinweis: Die Vergleichswerte der anderen Vereine beziehen sich auf das Jahr 2025. Der Wert für 2026 bei der Theklaer Höhe entspricht dem uns vorliegenden Erfassungsstand. Aufgrund unterschiedlicher Anlagenstrukturen und Abrechnungsmodalitäten sind die Werte nicht uneingeschränkt vergleichbar. Die Größenordnung unseres Verbrauchs macht jedoch deutlich, dass Handlungsbedarf besteht.


Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache


Unser durchschnittlicher Verbrauch lag 2025 bei 42,9 m³ je Parzelle. Damit liegen wir beispielsweise:


  • rund 3,8-mal über dem Verbrauch von Lindenau,

  • rund 4,5-mal über dem Verbrauch von Mockau,

  • rund 6,7-mal über dem Verbrauch von Grünau,

  • rund 17-mal über dem Verbrauch von Gohlis.


Selbst gegenüber Rückmarsdorf, das ebenfalls keine individuellen Wasseruhren einsetzt, liegt unser Verbrauch noch deutlich höher. Zwar konnten wir unseren Gesamtverbrauch gegenüber 2023 reduzieren, dennoch bewegen wir uns weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Eine nachhaltige Entspannung ist bislang nicht erkennbar.


Unsere Pumpenanlagen arbeiten bereits am Limit


Neben den reinen Verbrauchszahlen gibt es einen weiteren wichtigen Grund, weshalb wir handeln müssen: unsere technische Infrastruktur.

Unsere Pumpenanlagen laufen bereits unter hoher Belastung. Die vorhandenen Anlagen arbeiten zeitweise an ihrer Leistungsgrenze und ächzen unter der Beanspruchung.


Eine dauerhaft derart hohe Auslastung bedeutet nicht nur einen erhöhten Energie- und Verschleißaufwand, sondern erhöht auch das Risiko von technischen Störungen und Ausfällen.


Wir müssen uns deshalb ehrlich fragen, ob unser bisheriger Umgang mit Wasser auf Dauer noch verantwortbar ist.


So wie bisher kann und darf es nicht weitergehen!


Es geht dabei nicht nur um die Kosten des Wassers. Es geht vor allem darum, unsere technische Infrastruktur zu schützen und die Wasserversorgung für alle Parzellen langfristig sicherzustellen.


Was jeder Einzelne beitragen kann


Wassersparen bedeutet nicht, dass unsere Gärten vertrocknen sollen. Es geht vielmehr darum, Wasser gezielt und sinnvoll einzusetzen.


Einige einfache Maßnahmen können bereits viel bewirken:


  • Pflanzen möglichst in den frühen Morgenstunden oder am Abend bewässern.

  • Regenwasser auffangen und bevorzugt zur Gartenbewässerung nutzen.

  • Direkt im Wurzelbereich gießen, statt große Flächen unnötig zu bewässern.

  • Rasensprenger und dauerhaft laufende Schläuche vermeiden.

  • Tropfende Wasserhähne, undichte Leitungen und defekte Anschlüsse umgehend reparieren.

  • Wasser nicht unnötig laufen lassen und auf einen bewussten Verbrauch achten.

  • Den eigenen Wasserverbrauch regelmäßig hinterfragen.


Wasserverbrauch wird Thema der Mitgliederversammlung


Wir werden das Thema Wasserverbrauch und die damit verbundene Belastung unserer Infrastruktur auf der kommenden Mitgliederversammlung ausführlich ansprechen.


Dabei möchten wir transparent über die Verbrauchszahlen informieren, mögliche Ursachen diskutieren und gemeinsam Lösungen entwickeln.

Es geht nicht darum, vorschnell Maßnahmen zu beschließen oder einzelne Pächter unter Generalverdacht zu stellen. Vielmehr müssen wir als Gemeinschaft Verantwortung übernehmen und einen Weg finden, unseren Wasserverbrauch dauerhaft zu reduzieren.


Wir möchten bereits heute deutlich machen: Die derzeitige Entwicklung ist nicht nachhaltig.


Wenn wir unsere Wasserversorgung auch in Zukunft zuverlässig sicherstellen wollen, müssen wir jetzt handeln – gemeinsam und mit Augenmaß.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass auch in Zukunft ausreichend Wasser für unsere Gärten zur Verfügung steht. Denn die Leistungsfähigkeit unserer Pumpenanlagen ist nicht unbegrenzt und Wasser ist keine Selbstverständlichkeit.


Wasser ist ein gemeinsames Gut. Gehen wir auch gemeinsam verantwortungsvoll damit um!


Euer Vorstand